
Triad & Gensler präsentieren für den Shanghai Industrial Park
Fabian Schludi
China, Shanghai, Jingan District, 22. März 2012
13:30 Uhr: Wir treffen eine halbe Stunde vor Beginn der finalen Präsentation unseres Konzepts für den Shanghai Industrial Park im Gebäude der Investment und Messe-Gesellschaft ein. Unser CEO Professor Lutz Engelke geht mit Guannan Li noch ein letztes Mal die Präsentation zum Shanghai Industrial Park durch.
13:31: Pünktlich! Gensler betritt den überdimensionalen Warteraum – familiäres Gefühl kommt auf – denn Triad und Gensler arbeiten nun schon fast zwei Wochen intensiv am ersten Entwurf für ein ca. 260.000 m2 großes Areal auf der West-Seite des ehemaligen EXPO 2010 Geländes. Drei Museen, Büros für die Kreativindustrie, Event-Flächen, Shopping-Flächen, Multimedia-Bibliotheken und vieles mehr werden Inhalt der kommenden Präsentation sein.
13:33: Die nächsten 25 Minuten nutzen wir, um die neuesten Versionen der Präsentation auf zahlreichen iPads und iPhones zu vergleichen und zu bewerten. Soll der Film noch rein oder nicht. Das eine Rendering – wie wichtig ist es noch?
Dass die Präsentation später auf einem Windows-PC abgespielt werden wird, mit ständig aufpoppenden Fehlermeldungen, wissen wir zu der Zeit noch nicht. Die Gewissheit, dass wir den Film ohnehin nicht abspielen können, bleibt uns verwehrt.
13:59: Wir werden von einer jungen Dame abgeholt. Wir sind uns nicht sicher, ob sie nur schüchtern ist, wegen der zahlreichen Ausländer oder ob sie nur die typische zurückhaltende Höflichkeit zur Schau trägt, die man in China respektvoll würdigt. Sie führt uns in den höchsten Stock des Hochhauses und vor uns eröffnet sich ein riesiger Saal. Ungefähr 50 Personen warten gespannt auf die Show der Westler.
Wir zögern. Ist das der richtige Raum? Sind wir nicht in eine Sitzung der Shanghaier Regierung geraten? Drei Projektoren werfen den Bildschirmhintergrund eines Laptops auf riesige Leinwände über einer mit roten Blumen bestückten Bühne. Ist es nicht doch eine Sitzung zur Beratung über den Haushalt im Jahr des Drachen? Unsere junge Begleiterin weist uns höflichst in den Raum.
14:05: Wir werden sanft in Richtung unserer Tische geleitet. Namenschilder machen uns subtil klar, dass willkürliches Platz nehmen nicht gestattet ist. Wir sitzen und staunen. Das Projekt wird ernst genommen. Vor uns die Fudan Universität, Beratungsgesellschaften, Politiker, Investmentfirmen, Ausschreibungsberater und Top-Entscheider von Kultur und Wirtschaft. Gensler baut zwar den höchsten Turm Chinas in Shanghai, zeigt jedoch im Anblick dieser Zuhörer kleine Anzeichen von Überraschung und Nervosität. Uns geht es nicht anders.

Prof. Lutz Engelke und Guannan Li auf der Bühne
14:06: Die Show beginnt. Wir haben 54 Minuten. Zwei Firmen, zwei Sprachen, das macht 13,5 Minuten pro Firma und Sprache. Die Zeit läuft und die Präsentation kommt an. Gelegentliches Nicken und Raunen zeigt uns zumindest, dass die Damen und Herren im Zuschauerraum wahrnehmen, was Triad und Gensler sich in den letzten Monaten in enger Kooperation ausgedacht und visualisiert hat.
14:59: Klatschen. Zufriedene Gesichter. Jetzt heißt es warten, bis die interne Abstimmung in der Shanghaier Regierung beendet ist und die Rückmeldung unseres Auftraggebers, meist hoch interpretatorisch, von uns analysiert werden kann.
15:00: Die Zuhörer genießen Tee und Häppchen, während wir unter wohlwollenden Blicken aus dem Raum komplimentiert werden.
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